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Tuesday, March 24, 2020

Wie bilden Sie den Preis für Ihr Greenfee?

Eine der schwierigsten Fragen ist die, wie hoch das Greenfee auf der Anlage sein soll. Greenfee ist EIN Puzzleteil in der Gesamtheit der Einnahmen einer Golfanlage; daneben sind die Mitgliedsbeiträge zu sehen, die Turniereinnahmen sowie - je nachdem, ob man die Outlets selbst betreibt - Gastronomie, Shop und Driving Range. Alles zusammen ergibt in Summe die Einnahmen, die ich wiederum für die Pflege des Platzes, den Wareneinkauf, die Veranstaltungen und das Personal ausgeben kann.

Je nach Größe bzw. der Lage der Golfanlage kann der Kostenblock variieren, liegt aber selten deutlich unter einer Million Euro. Es bietet sich offensichtlich an, bei diesen Beträgen die Wirtschaftlichkeit mit einer entsprechenden Buchhaltung sowie einem aussagekräftigen Controlling nachzuhalten. Der größte Einnahmenblock ist bei Vereinen natürlich der Jahresbeitrag, der eine gute Basis für das Jahr bietet. Aber in der Regel wird das nicht ausreichen. Also muss ich mir überlegen, wie ich möglichst viele Gäste durch ein attraktives Greenfee anlocke.

Welche Ansätze habe ich für die Preisbildung also? Das wichtigste Entscheidungsproblem ist vermutlich die Preisuntergrenze; insbesondere, da sich in den letzten Jahren ein unguter Trend zu Billiggreenfee etabliert hat.

Dennoch: wenn ich meine Kostenseite im Griff habe,  kann ich herunterbrechen, was das Greenfee unter Vollkostenbetrachtung kosten müsste. Die Stellschraube dabei ist der Grad der Auslastung der Anlage. Sofern ich 7-Tage-Startzeiten habe, dann weiß ich, wie hoch die Auslastung ist; wenn ich ohne Startzeiten arbeite, muss ich schätzen, ein klarer Nachteil, wenn es um exakte Betriebswirtschaft geht.

Der so ermittelte Preis ist dann meine Untergrenze, damit ich kostendeckend arbeiten kann. Jeder Preis bzw. jeder Auslastunggrad DARÜBER ist mein Gewinn. Und Achtung: das ist die Untergrenze auch für mein Durchschnittsgreenfee! Denn oftmals wird ein gut ermittelter Preis durch zuviele Greenfeekooperationen, 2für1 oder andere Preisdrücker Makulatur.


Fazit: egal, wie niedrig die Preise der Nachbaranlage sind: ich sollte versuchen, meine eigenen Preise zu machen und ein entsprechendes Produkt zu haben. Preispolitik ist nur eines der Instrumente im Marketing Mix, aber ein wichtiges. Denn wo der vom Kunden wahrgenommene Preis mit seiner Wertschätzung des Produktes übereinstimmt, dort sind auch höhere Preise und eine bessere Wirtschaftlichkeit möglich.

Friday, March 20, 2020

Denken wir einige Monate voraus


"Wandel beginnt als verändertes Muster von Erwartungen, von Wahr-Nehmungen und Welt-Verbindungen. Dabei ist es manchmal gerade der Bruch mit den Routinen, dem Gewohnten, der unseren Zukunfts-Sinn wieder freisetzt. Die Vorstellung und Gewissheit, dass alles ganz anders sein könnte – auch im Besseren."

Über dieses Zitat aus der Feder von Zukunftsforscher Matthias Horx bin ich vor kurzem im österreichischen KURIER gestolpert.

Für mich ist dieses Zitat eigentlich DIE Leitidee, wenn wir unsere Golfanlagen nach der überstandenen Pandemie wieder aufmachen. Nummer 1 der dann anstehenden Aufgaben wird sein, die Finanzen einer kritischen Prüfung zu unterziehen, um etwaige Verluste und die Lücken, die die ausgefallenen Greenfee- und Beitragsumsätze gerissen haben, festzustellen. Gleich danach kommt, die Strategie für die Vermarktung der Golfanlage festzuzurren.

"Vermarktung? Aber wir sind doch ein Verein!" Können Sie es schon hören? Ja, Vermarktung! Denn jeder Golfclub, ob Verein oder ob Betreiber, ist in seiner Struktur mindestens ein mittelständisches Unternehmen. Und ist auch so zu führen, wenn man - gerade nach einer Krise - am Markt überleben will. Soviel zum Grundsätzlichen für den Moment.

Aber denken wir mal weiter. Wissen Sie, wieviele Runden bei Ihnen Gäste bzw. Greenfeespieler, aber auch Ihre Mitglieder jeweils spielen? Bei Greenfee ist es leichter, man rechnet das über den Umsatz aus. Bei den Mitgliedern ist es schon schwieriger. Gerade bei den Clubs, deren USP das Spiel ohne Startzeiten zu sein scheint, ist es fast unmöglich zu ermitteln. Lediglich in Turnieren ist das Nenngeld ein Hilfsmittel.

Wie aber können Sie ein marktgerechtes Angebot machen, wenn Sie nicht einmal wissen, wieviele Menschen pro Wochentag zu welcher Uhrzeit bei Ihnen spielen? Können wir uns nach den Umsatzeinbußen durch Corona wirklich noch erlauben, ohne Plan auf Greenfee-Einnahmen zu hoffen? Ohne in den allgemeinen Notmodus mit billigem Greenfee zu verfallen?

Nehmen Sie die Krise als Chance, die vielleicht schon lange angedachte Einführung von Startzeiten vorzunehmen. Das Argument liegt auf der Hand: es geht darum, den Club für ALLE Mitglieder, ALLE Gäste, aber auch ALLE Mitarbeiter*innen zukunftsfähig zu machen, indem man die Betriebswirtschaft im Griff hat.

Als Inspiration anbei der Link zum kompletten Artikel.








Thursday, March 19, 2020

Corona - und dann?

Aktuell herrscht der Krisenmodus vor. Weltweit gibt es Ausgangssperren oder ausgerufene Katastrophenfälle. Und: ja, die Corona-Pandemie ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, zumal sie so virtuell, nicht wirklich sichtbar ist. Regierungen beschränken die Ausgangsmöglichkeiten ihrer Bürger oder versuchen noch, an die Vernunft zu appellieren. All dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die weitere Ausbreitung nur zu verhindern ist, wenn die Menschen - zumal sie tw. gar nicht wissen, dass sie infiziert sind - keine weiteren anstecken.

Was für die Gesellschaft gilt, gilt selbstverständlich auch für Golfanlagen in ihrer Eigenschaft als Sportanlagen und Plätze der geselligen Zusammenkunft. Daher sind sie bereits in vielen Ländern Europas von Staats wegen geschlossen. Nicht jede/r kann das nachvollziehen, kann man den Sport doch an der frischen Luft ausüben, auch einzeln.

Was ist aber mit dem Weg dorthin? Schnell noch geshoppt, getankt, beim Nachbarn vorbeigesehen und dann reichen nur kurze Worte mit Golfkollegen aus nächster Nähe und schon ist hier die Kette der möglichen Ansteckung unkontrollierbar. Daher das Gebot des "Zuhause Bleibens".

Was für Kunden gilt, gilt selbstverständlich auch für die Betreiber von Golfanlagen. Sekretariate und Gastronomien sind geschlossen. Saisonkräfte können nicht starten, tw. ist Kurzarbeit im Gespräch. Golfschulen müssen in Zwangspause. Greenkeeper arbeiten mit Notbesetzung, damit das gerade jetzt erstmals wieder richtig wachsende Gras im Zaum gehalten wird.

Was bedeutet das alles für Golfanlagen insbesondere für die Zeit nach Corona - wann immer das sein wird?

Unser Nexxchange Blog wird sich ab sofort mit Zukunftsthemen aller Art, Wirtschafts- sowie Golfthemen beschäftigen, die Ihnen, liebe Golfverantwortliche, Inspiration für die "Zeit danach" geben soll.

Bleiben Sie zuhause, surfen Sie unseren Blog und vor allem: bleiben Sie gesund!

Ihr Team von Nexxchange


Startzeiten - warum die Einführung immer lohnt! IMMER!

Deutschlands Förderalismus hat viele - gute wie schlechte, vor allem lokale - Aspekte. Im Moment zeigt sich das verschärft für alle, die in ...